Vereinbarkeit von Arbeit

Bei der Suche nach Fachkräften werben Unternehmen häufig mit Familienfreundlichkeit. Es geht um Work-Life-Balance, um einen Zustand, bei dem das Arbeitsleben und das Privatleben im Einklang stehen. Doch was bedeutet das überhaupt konkret? Ob ein Gleichgewicht zwischen beruflichen und privaten Wünschen besteht, wird sehr subjektiv wahrgenommen. Während eine Person sich mit großer Freude immer stärker für ein berufliches Projekt engagiert, fühlt sich eine andere Person schon nach kurzer Zeit deutlich eher überarbeitet und beklagt sich über zu wenig Zeit für Familie und Freunde.

Wenn man die steigenden Zahlen an stressbedingten psychischen Erkrankungen (wie z.B. Burnout) beobachtet, entsteht schnell der Eindruck, dass es vielen schwer fällt, ein gesundes Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Doch woran liegt das?

Die Work-Life-Balance der Mitarbeiter/-innen gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Ein/e sich selbst dauerhaft überfordernde/r Mitarbeiter/-in bietet dem Unternehmen langfristig weniger Kreativität und Leistung und birgt ein höheres Ausfallrisiko. Zusätzlich ist es vielen Mitarbeiter/-innen wichtig, Familie und Beruf vereinen zu können. Daher bieten immer mehr Firmen flexible Arbeitsformen (z.B. Jobsharing, Sabbaticals, individuelle Arbeitszeiten, Teilzeit, etc.) oder Angebote zur Unterstützung berufstätiger Eltern (z.B. Gesundheitsfürsorge, Betreuungsangebote, etc.) an. Durch diese Angebote soll die Work-Life-Balance der Mitarbeiter/-innen gefördert werden. Oft wird dabei vernachlässigt, dass solche Maßnahmen nicht nur positive Auswirkungen haben. Flexibilisierung von Arbeit führt häufig zu erhöhten Erwartungen an die Verfügbarkeit von Vollzeitkräften oder wird als Kapazitätsanpassung für betriebliche Nachfrageschwankungen genutzt. Die Anforderungen, dass Mitarbeiter-/innen immer erreichbar sein müssen, stellt laut einer Studie der Techniker Krankenkasse für 39 % der Befragten eine häufige Stressbelastung dar. Unregelmäßige Tagesstrukturen erschweren es Mitarbeiter/-innen ihr Privatleben zu organisieren. Gleichzeitig reduziert Homeoffice soziale Interaktionen am Arbeitsplatz (wie z.B. ein gemeinsames Mittagessen). So kann es vorkommen, dass als Work-Life-Balance deklarierte Maßnahmen den Leistungsdruck erhöhen und die sozialen Kontakte der Mitarbeiter/-innen schwächen, wodurch psychischen Erkrankungen nicht vorgebeugt, sondern begünstigt werden.

Doch wie kann man dem Hamsterrad entfliehen und sich wieder auf das besinnen, was einem wirklich wichtig ist? Was braucht man im Leben wirklich? Wie kann ich mir selbst realistische Ziele setzen und nach meinen eigenen Prioritäten leben? Was ist der Weg zu einem freien, selbstbestimmten und glücklichen Leben?

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Quellen:

Bundespsychotherapeutenkammer (2015). BPtK-Studie zur Arbeitsunfähigkeit. Psychische Erkrankungen und Krankengeldmanagement.

Rolle, S. (2013). Work-Life-Balance als Zukunftsaufgabe. Personalbindung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Familienfreundlichkeit. Hamburg: Diplomica.

Techniker Krankenkasse (2016). Entspann dich, Deutschland – TK-Stressstudie 2016.

 

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Team Diskurs Zukunft