Neue Arbeitsformen

Wir befinden uns in einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Wandel. Fortschreitende Globalisierung, internationaler Wettbewerbsdruck, Digitalisierung und demografischer Wandel stellen an Unternehmen große Herausforderungen, die mit vielseitigen Flexibilisierungsansätzen zu bewältigen versucht werden. Neue flexible Arbeitsformen sind weit verbreitet, obwohl sie nicht immer den Wünschen der Arbeitspersonen entsprechen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Leben verschwimmen. Ebenfalls lässt sich eine Subjektivierung der Arbeit feststellen. Wie können Unternehmen die nötige Individualisierung erfolgsversprechend umsetzen?

Flexibilisierung führt durch atypische Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsformen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Personalstruktur vieler Unternehmen. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf das Privatleben. Arbeit, Freizeit und Familie waren für die meisten schon immer keine klar voneinander abgetrennten Bereiche. Auch früher haben Überstunden oder unerwartete Arbeitseinsätze in das Privatleben eingegriffen. Dieser Effekt wird heute durch Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung zusätzlich verstärkt. Einschränkungen, die sich durch flexible Arbeitsformen ergeben (z.B. räumliche Nähe bei Rufbereitschaft) können im Konflikt mit dem Privatleben stehen und die Teilnahme an privaten Aktivitäten (z.B. einem Familienausflug) verhindern. Die Bedingungen, unter denen flexibles Arbeiten durchgeführt wird, beeinflussen die Folgen maßgeblich. Bleiben den Mitarbeiter/-innen genug Freiräume und ist die Flexibilisierung somit weitgehend selbstbestimmt, leistet dieses Arbeitsmodell einen Beitrag zur Arbeitgeberattraktivität, wie in einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation festgestellt wurde. Im Umkehrschluss stellt eine zu starke Fremdbestimmung der Flexibilisierung eher eine Belastung für die Mitarbeiter/-innen dar. Somit wird also die Gestaltung von flexiblen Arbeitsformen zum zentralen Thema.

Hinzukommt die Einführung von agilen Arbeitsweisen, die immer mehr an Wichtigkeit zunimmt und eine Herausforderung für alle Beteiligten darstellt: Die einzelnen Mitarbeiter erhalten mehr Verantwortung und müssen schnell und dynamisch auf Veränderungen im Arbeitsprozess reagieren können. Das Management muss diesen Prozess koordinieren und sich mit einer veränderten Führungsrolle auseinandersetzen.

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Quelle:

Kaiser, S., Bamber, E., Klatt, R. & Schmicker, S. (2013). Arbeits- und Beschäftigungsformen im Wandel. Wiesbaden: Springer Gabler.

Piele, C., & Piele, A. (2017). Flexible Arbeitszeiten – Arbeitszeitmodelle und Flexibilitätsanforderungen. Eine Analyse des Verarbeitenden Gewerbes auf Basis der IG-Metall-Beschäftigtenbefragung.