Grüne Lügen: Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten

„Grüne Lügen“ lautet der provokante Titel des jüngsten Werkes von Friedrich Schmidt-Bleek. Auf 304 Seiten folgt eine Abrechnung des Autors mit der deutschen Umweltpolitik: „Wenn Politiker behaupten, die Bundesrepublik sei auf dem Weg in die Nachhaltigkeit, dann lügen sie!“ Im Fokus seiner Kritik steht die Nichtberücksichtigung der Ressourcenintensität. Ob Hybridautos oder Off-Shore-Windparks – sicherlich gut gemeinte, aber eben nicht zu Ende gedachte Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften. Statt der systematischen Förderung jener end-of-pipe-Technologien, plädiert Schmidt-Bleek für ein Umdenken. Ein Produkt kann nur nachhaltig sein, wenn seine gesamte Wertschöpfungskette ökologischen Zielkriterien unterliegt. Sicherlich ist der Schadstoffausstoß beim Fahren eines Elektroautos geringer als der eines konventionellen Verbrennungsmotors. Doch lassen Politik und Wirtschaft uns im Irrglauben, wir würden beim Kauf von als ökologisch beworbenen Produkten auch im ökologisch nachhaltigen Sinne handeln. An diesem Punkt sieht Schmidt-Bleek Politik und Wirtschaft auf dem Irrweg. Wir mögen zwar unseren Schadstoffausstoß verringern, doch erhöhen wir gleichzeitig den Ressourcenverbrauch. Für den Autor klare Zeichen einer falsch aufgestellten politschen- und wirtschaftlichen Umweltpolitik.

In seinem Werk präsentiert Schmidt-Bleek mit der Fokussierung auf den Ressourcenverbrauch und Materialeinsatz einen überzeugenden gesamtheitlichen Ansatz und schlussfolgert Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft. Auch für den Konsumenten liefert das Buch letztlich wichtige Denkanstöße, Stoffverbräuche als Kriterium in seine Kaufentscheidung einfließen zu lassen.

 

Rezensent: Ruben Foppe

Friedrich Schmidt-Bleek

Grüne Lügen: Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten

LUDWiG Verlag