Dirk Maxeiner, Michael Miersch: „Alles Grün und Gut? Eine Bilanz des ökologischen Denkens“

„Wer herausfinden will, was wirklich „grün“ ist, muss genau hinsehen und darf sich nicht von Ökosprüchen einlullen lassen.“

 

Wasser sparen – na klar! Ökostrom – na Logo!

Auf den ersten Blick sind dies für uns alle einleuchtende Verhaltensweisen, die wir in unseren Alltag integriert haben und denken, damit Gutes für die Umwelt zu tun. Doch wussten sie auch, dass durch unseren sparsamen Umgang mit Wasser die Städte gezwungen sind, die Kanalisationen zu fluten und so im Endeffekt noch mehr Wasser verbrauchen? Oder das der vermeintlich ökologisch erzeugte Strom zum Teil umdeklarierter, herkömmlicher Atom-Strom ist? Lautet die Antwort auf diese Fragen nein, dann ist „Alles Grün und Gut“ genau das richtige Buch für sie. Auf humoristische Weise und ganz ohne erhobenen Zeigefinger decken Dirk Maxeiner und Michael Miersch diese und weitere Irrtümer darüber auf, was ökologisches Handeln überhaupt bedeutet.

Jeder möchte die Umwelt schützen und nachhaltig leben. Das wir durch unser vermeintlich ökologisches Handeln allerdings oft kontraproduktiv handeln und genau das Gegenteil erreichen, ist den Wenigsten bewusst. Die beiden Autoren räumen mit den gängigsten Mythen auf und zeigen, wie wir uns dennoch ökologisch sinnvoll verhalten können. Sie blicken kritisch auf 50 Jahre Umweltbewegung zurück, und dies ist besonders unterhaltsam, weil sie selbst lange Zeit in der Szene aktiv waren und bis heute sind. Das Buch ist dabei keineswegs ein pessimistisches Werk, sondern würdigt die Errungenschaften und die Notwendigkeit des ökologischen Denkens. Dennoch ist es nach Meinung der Autoren dringend nötig, dass ein Umdenken stattfindet und die Öko-Bewegung den „Reset-Knopf“ drückt:

„Wenn die Bürger gezwungen werden, quecksilberhaltige Birnen in ihre Lampen zu schrauben, wenn Windräder Biosphärenreservate bedrohen, wenn grüne Gesetze eine Umverteilung von arm zu reich bewirken oder Regenwald heute gerodet wird, um ihn morgen vor einer Klimaerwärmung zu retten, dann ist irgendetwas gründlich schiefgelaufen.“

Das Buch bietet eine erfrischende Alternative zu vermeintlichen „Öko-Ratgebern“, die uns oft nur vorschreiben wollen, wie wir uns zu verhalten haben. Statt ihn zu bevormunden und einzuschränken rufen die Autoren den Leser dazu auf, selbst nachzudenken und aktiv zu werden. Besonders deutlich wird dies im Kapitel „Selbsthilfelektionen: Grünes Denken, aber richtig“, in dem sie in 11 humorvoll geschriebenen Lektionen zu eigenem Denken anstiften. Abgerundet wird das Buch mit einem historischen Abriss der ökologischen Bewegung von ihrer Entstehung bis heute.

 

Rezensent: Renke Quedens

Dirk Maxeiner, Michael Mirsch

Alles Grün und Gut? Eine Bilanz des ökologischen Denkens

Knaus Verlag (2014)