Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht

„Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht“

Der 1951 geborene Neurobiologe, Mediziner und Bestsellerautor Prof. Dr. med. Joachim Bauer stellt mit seinem Buch den Anspruch aus heutiger Perspektive Antworten auf die Frage zu liefern, welchen Beitrag die Arbeit zu einem guten Leben leisten kann.

Auf gut lesbaren 270 Seiten macht er zum einen deutlich, dass „Ar­beit eine Quel­le gro­ßen Glücks sein kann, indem sie der En­er­gie, der schöp­fe­ri­schen Lust und den Selbst­ver­wirk­li­chungs­mög­lich­kei­ten des Men­schen ein fast gren­zen­lo­ses Be­tä­ti­gungs­feld bie­tet“. Auf der anderen Seite sagt er aber auch, dass es die heutigen Arbeitsumstände sind, „wo Men­schen in der Ar­beit ent­wür­digt, mit sinnent­leer­ten Ar­beits­schrit­ten be­schäf­tigt, unter un­mensch­li­chen Druck ge­setzt, schlecht be­zahlt oder zu see­len­lo­sen Ma­schi­nen ge­macht wer­den“. Um diese gegensätzlichen Aussagen zu verdeutlichen macht er zunächst einen Ausflug in die Historie der Arbeit, beleuchtet die neurologische Wirkung der Arbeit auf das Gehirn und stellt den Bezug von Arbeitstheorien und ihre praktische Bedeutung für das reale Leben dar. Zum Schluss zeigt er personale, betriebliche und politische Perspektiven auf, aus denen für die Suche nach der Freude und dem Sinn der Arbeit erste Erkenntnisse gewonnen werden können.

Dem Autor gelingt zudem auf interessante Weise die Gegenüberstellung von Depression und der „Mode-Diagnose“ Burn-out, die sich in seiner Darstellung durchaus in ihren typischen Merkmalen voneinander unterscheiden.

Alarmierend waren auch die Zahlen mancher Untersuchungen (u.a. aus dem „Stressreport Deutschland 2012“), auf die der Autor verweist. So zum Beispiel, eine Untersuchung nach der 14 Pro­zent der Frau­en und 21 Pro­zent der Män­ner ihre Ar­beits­be­din­gun­gen als stark oder sehr stark ge­sund­heits­ge­fähr­dend er­le­ben oder in einer weiteren Studie nach der 36 Pro­zent aller Be­schäf­tig­ten nicht glau­ben, dass sie ihren Beruf bis zum Ren­ten­al­ter durch­hal­ten kön­nen.

Joachim Bauer hat aus der Sicht des Neurobiologen und Mediziners seine Einstellungen und Einsichten aus einer nahezu allesumfassenden Perspektive rund um das Thema „Arbeit“ zur Sprache gebracht.

Insgesamt ein sehr leidenschaftlich und lebendig geschriebenes Buch.

Rezensentin: Ines Andrikowski

 

 

Joachim Bauer

Karl Blessing Verlag